Darf ich KI-generierte Bilder einfach verwenden? Rechtslage in Deutschland
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Rechtslage zu KI-generierten Bildern entwickelt sich schnell – im Zweifel einen Anwalt hinzuziehen.
Wer KI-Bilder veröffentlicht, verkauft oder teilt, bewegt sich in einem komplexen Rechtsraum. Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte und das Kunsturhebergesetz (KUG) sind dabei die drei wichtigsten Bereiche. Ein Überblick zur aktuellen Rechtslage in Deutschland.
1. Urheberrecht: Wem gehört ein KI-Bild?
Das deutsche Urheberrecht schützt nur Werke, die von einem Menschen mit eigener schöpferischer Leistung geschaffen wurden. Rein KI-generierte Bilder ohne menschliches kreatives Zutun genießen keinen Urheberrechtsschutz in Deutschland.
Das bedeutet: Niemand kann ein ausschließlich KI-generiertes Bild urheberrechtlich schützen – weder du als Nutzer, noch der Anbieter des Generators. Komplizierter wird es, wenn du das Bild erheblich bearbeitest oder spezifische kreative Entscheidungen beim Prompt triffst.
2. Nutzungsrechte der Plattformen
Auch wenn KI-Bilder kein Urheberrecht genießen, haben die Betreiber der Generatoren eigene Nutzungsbedingungen:
- Midjourney: In der Basisversion (kostenpflichtig) behalten Nutzer die Nutzungsrechte – gewerbliche Nutzung erlaubt. In der kostenlosen Testphase gelten Einschränkungen.
- DALL-E 3 / OpenAI: Nutzer erhalten vollständige Rechte an generierten Bildern, auch für kommerzielle Zwecke.
- Stable Diffusion: Open-Source-Modell, weitgehend freie Nutzung – abhängig vom jeweiligen Checkpoint-Modell.
3. Persönlichkeitsrechte & KUG bei Deepfakes
Kritisch wird es, wenn KI-Bilder erkennbare Personen zeigen. Das Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG) gilt auch für KI-generierte Darstellungen: Wer ein täuschend echtes KI-Bild einer realen Person erstellt und verbreitet – ohne deren Zustimmung – verletzt das Persönlichkeitsrecht dieser Person.
Das gilt besonders für:
- Deepfakes von Politikern, Prominenten oder Privatpersonen
- KI-Bilder die Personen in diffamierenden oder sexuellen Situationen zeigen
- Gefälschte Pressefotos die echte Ereignisse vortäuschen
4. Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder?
Der EU AI Act (seit 2024 in Kraft) verpflichtet Anbieter von KI-Systemen zur Transparenz. Für Nutzer gilt zunehmend die moralische Pflicht, KI-generierte Bilder in redaktionellen und werblichen Kontexten als solche zu kennzeichnen. Eine einheitliche gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Endnutzer in Deutschland ist noch in der Entwicklung.
Warum Echtheitsprüfung rechtlich relevant ist
Gerade für Unternehmen, Anwälte und Redaktionen ist die Fähigkeit, KI-Bilder zu erkennen, zunehmend rechtlich relevant. Wer ein KI-generiertes Bild als echtes Pressefoto oder Beweisfoto vorlegt, kann sich strafbar machen.
Ein KI Bild Detektor wie Scannerfy liefert dabei eine dokumentierbare Analyse – als zusätzliche Absicherung neben anderen Verifikationsmethoden.
Weiterlesen: Bildverifikation im Newsroom →
Bild auf KI-Ursprung prüfen – kostenlos
Lade das Bild hoch und erhalte in Sekunden eine Einschätzung ob es KI-generiert ist. Ohne Anmeldung, DSGVO-konform.
↑ Bild jetzt prüfen